Forum 5: Business Networking

Donnerstag, 04.03.1999, 14:30 - 15:30 Uhr, Auditorium Maximum

 

Moderation:

Herr Prof. Dr. Hubert Österle Herr Prof. Dr. Hubert Österle
Universität St. Gallen
Institut für Wirtschaftsinformatik 2

Teilnehmer:

Herr Prof. Dr. Joachim Griese Herr Prof. Dr. Joachim Griese
Universität Bern
Institut für Wirtschaftsinformatik
Herr Andreas Kindt Herr Andreas Kindt
Leiter Produktentwicklung/Prokurist
Deutsche Telekom Berkom GmbH, Berlin
Herr Ralph Schneider Herr Ralph Schneider
Produktmanager APO
SAP AG, Walldorf/Baden

Thesen:

  • Die Wirtschaft des Informationszeitalters besteht aus kooperierenden Prozessen.

Niedrige Transaktionskosten erlauben eine Zerlegung von Unternehmen in ihre Prozesse und damit die Entstehung von Unternehmen, die sich auf einen oder wenige Kernprozesse spezialisiert haben, auf denen sie global akzeptiertes Spitzen-Know-how besitzen. Voraussetzung ist eine nahtlose Vernetzung der Prozesse.

  • Business Networking schafft Alleinstellungsmerkmale und verändert Geschäftsstrategien.

Ein Beispiel kann die Grundaussage verdeutlichen. Riverwood International bietet als Verpackungshersteller für seine Kunden aus der Getränkeindustrie einen Planungsservice an, der auf einer frühzeitigen Kommunikation von Absatzzahlen beruht. Riverwood verkürzt damit die Reaktionszeit in der Supply Chain zum Nutzen der Kunden und von sich selbst. Das Unternehmen konnte damit seinen Geschäftsanteil bei den involvierten Kunden drastisch erhöhen.

  • Die Herausforderung liegt in der kundenorientierten Wahl von Networkingstrategien.

Die Lösung liegt nicht in der Konzentration auf eine Strategie, sondern in der geeigneten Kombination von Kooperationsstrategien abhängig von den verschiedenen betrieblichen Bereichen sowie den involvierten Geschäftspartnern.

  • Networking wird zum kritischen Erfolgsfaktor jedes Unternehmens.

Wer nicht rechtzeitig im richtigen Netz von Unternehmen dabei ist, verliert seine Wettbewerbsfähigkeit. Die Netzwerkfähigkeit der Informationssysteme und Prozesse liefert die Grundlage.

  • Neue Informationssysteme und Standards unterstützen die Integration von Geschäftspartnern.

Die ERP-Pakete werden zunehmend verteilter bzw. um spezielle Softwarekomponenten erweitert. Diese neuen Softwarekomponenten unterstützen die Koordination der überbetrieblichen Prozesse. Sie sind Verbindungselemente mit spezieller Funktionalität zwischen den ERP-Systemen der Geschäftspartner. Die Integration mit den internen und externen Informationssystemen stellt die größte Anforderung an die Architektur und Implementation von Business Networking Tools. Die verwendeten Informationssystem-Standards spielen dabei eine entscheidende Rolle, falsche Standards führen in die Sackgasse. Aktives Management dieser Informationssystem-Standards sichert Flexibilität und Integrität einer Business Networking Lösung.

  • Neue Business Networking Services entstehen und verändern die Wirtschaft

Um eine Analogie aus der Biologie zu gebrauchen, sind spezialisierte Organe alleine nicht lebensfähig, sondern sie benötigen eine Infrastruktur, die über gemeinsame Standards die Steuerung, Kommunikation und die Energieversorgung gewährleisten. Eine ähnliche Infrastruktur muss sich für Geschäftsnetzwerke etablieren, damit Unternehmen sich tatsächlich auf Kernkompetenzen konzentrieren können.

Spezialisierte Marktdienste wie beispielsweise für Trust, eCash, Security, Netzwerk, Stammdaten usw. bilden Schlüsselkomponenten der neuen Infrastruktur, eines generellen Business Bus. Darüber hinaus entstehen weitere Marktdienste durch Outsourcing von bisher klassischer Weise internen Funktionen wie etwa Credit Rating oder Settlement von Wertpapiergeschäften für Banken. Diese Services sind standardisiert und entwickeln sich zunehmend zu einem Teil der Infrastruktur der Geschäftswelt im Informationszeitalter. Eine Voraussetzung ist aber das Vorhandensein von offenen und weit verbreiteten Schnittstellen bzw. Service Levels. Die Summe aller Dienstleister, die Infrastruktur- und Geschäftsdienstleistungen anbieten, fassen wir unter dem Begriff Business Bus zusammen.

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Letztes Update: 19. Juni 2002
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