Forum 6: Neue Organisationsformen

Donnerstag, 04.03.1999, 15:30 - 16:30 Uhr, Auditorium Maximum

 

Moderation:

Herr Prof. Dr. Helmut Krcmar Herr Prof. Dr. Helmut Krcmar
Universität Hohenheim
Fachgebiet Wirtschaftsinformatik

Teilnehmer:

Herr Dr. Ulrich Bos Herr Dr. Ulrich Bos
Geschäftsführer
HiServ Hightech International Service GmbH, Frankfurt/Main
Herr Prof. Dr. Thomas W. Malone Herr Prof. Dr. Thomas W. Malone
Sloan School of Management
MIT, Cambridge, USA
Herr Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Mertens Herr Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Peter Mertens
Universität Erlangen-Nürnberg
Wirtschaftsinformatik I
Herr Dr. Wolfgang Thiel Herr Dr. Wolfgang Thiel
Geschäftsführer
The Boston Consulting Group GmbH & Partner, Düsseldorf

 

Thesen:

Neue Organisationsformen - ein Sammelbegriff für die Suche nach anderen "besseren", passenderen organisationalen Arrangements, die in der Zukunft Bestand haben können. Solche Arrangements reichen von virtuellen Teams über eine verringerte Bedeutung der Nationalstaaten, Konzerne als Firmenverbünde aus outgesourcten Einheiten bis zur Revitalisierung der Zunft als Organisationsform für Selbständige oder Professionals. Auch wenn unterschiedliche Szenarien aufgestellt werden, um die Dominanz oder Bedeutung der einen oder anderen Organisationsform darzulegen, in vielen Fällen ist die Jury über die Best Practice noch am Arbeiten. Neben der Beschreibung der genannten neuen Organisationsformen wird sich das Podium um die Benennung der Erfolgs- und Mißerfolgsfaktoren kümmern und um die Suche nach Kriterien zur Bewertung der Alternativen, die die heutige Vielfalt der organisatorisch-technischen Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten kennzeichnet.

Einige Thesen verdeutlichen die Spannweite der Diskussion:

  • Nationalstaatliche Regelungen verlieren angesichts der Globalität des Internet und der damit verbundenen Koordinationsmechanismen weitgehend ihre ökonomische, wenn auch nicht sinnstiftende Bedeutung. Eine Herausforderung ist die Frage der politischen Rechtfertigung der neuen durch das Internet geförderten Organisationsformen.

  • "Alte", schon erprobte und ehemals bewährte Organisationsformen, wie etwa Zünfte erleben eine Renaissance, da sie das Loyalität- und Zugehörigkeitsbedürfnis der Individuen ebenso erfüllen wie die Erfordernis einer interessenbezogenen Vertretung der beteiligten Individuen.
    Globale Teams sind, wenn auch oft beschworen eher die Ausnahme denn die Regel: bei aller Verfügbarkeit von Technologien stehen Vertrauen und Macht doch eher im Vordergrund. Die Vorteilhaftigkeit dieses organisatorischen Arrangements ist ebenso von den Eigenschaften der Teamaufgabe wie von den Eigenschaften der Teammitglieder abhängig.

  • Oftmals wurden Unternehmen lediglich aufgegliedert um innerhalb eines Konzerns andere tarifverträgliche Regelungen und veränderte Marktbedingungen und Gewinnchancen vorzufinden. In der Realität entwickeln sich auch die Kulturen der Unternehmen weiter- und meist eher voneinander entfernt. Die Beibehaltung der konzernbedingten Standards wird ebenso zur Herausforderung von Netzwerkunternehmen wie die Anforderung an die neuen Einheiten, überhaupt selbständig agieren zu wolllen.

  • Bei aller Suche nach den "Best Practice"-Unternehmensformen wird zu schnell vergessen, welche Kriterien für "Best" anzulegen sind. Entscheidender als die Suche nach guten Organisationsarrangements ist daher die Festlegung, was die eigene Firma mit den organisatorischen Änderungen bewirken will.

Das Podium wird diesen Fragen nachgehen und dann die Diskussion mit dem Publikum eröffnen.

g2klein.gif (1957 Byte) Videomitschnitt


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Letztes Update: 19. Juni 2002
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